Trauerfeier für Theo Croneiß am 10. und 11. November 1942
Theo Croneiß ist am 6. November 1942, wenige Tage nach der Entlassung aus der Klinik, im Hotel „Vier Jahreszeiten" in München im Beisein seiner Ehefrau Mia an einer Embolie verstorben. Er wurde am 10.11.42 mit der Reichsbahn nach Regensburg überführt.
Der von den Werksfotografen aufgenommene Film beginnt mit der Entladung des Sarges auf dem Hauptbahnhof in Regensburg und der Überführung auf der Lafette eines Artilleriegeschützes in das Flugzeugwerk. Am Werkseingang erfolgte die Übergabe des Sarges an den Betrieb. Dort erfolgte die Aufbahrung im Sitzungssaal der Betriebsführung.
Zur dort stattfindenden Trauerfeier der Betriebsangehörigen sprachen Rechtsanwalt Merkl als bisheriger Stellvertreter von Theo Croneiß als Vorsitzender des Aufsichtsrates und als kommis¬arisch eingesetzter Betriebsführer des Werkes Regensburg sowie ein Angehöriger der Betriebsgemeinschaft.
Anschließend wurde der Sarg in die Lehrlingswerkshafle überführt zur Trauerfeier am folgenden 11. November.
Anlässlich der offiziellen Trauerfeier am 11.11.42 sprachen:Prof. Messerschmitt für den gesamten Konzern über seine persönlicher Freundschaft mit Theo Croneiß und dessen Verdienste um das gesamte Unternehmen, die gelungene Rettung in schweren wirtschaftlichen Zeiten, die besondere Fürsorge bei der Ausbildung von Lehrlingen und die vorbildliche soziale Einstellung allen im Werk tätigen gegenüber.
Für die NSDAP sprach Gauleiter Wächer dem Parteigenossen und SS-Kameraden für seine Treue und seine Leistungen als Wehrwirtschaftsführer den Dank der Partei aus. Er überbrachte den Dank des Führers der DAF (Deutsche Arbeitsfront) Robert Ley, wobei er die Verleihung der „Goldenen Fahne" der DAF An das MTT Flugzeugwerk Regensburg, den größten NS-Musterbetrieb Deutschlands, erwähnte.
Er überbrachte im Namen des Reichsministers für Bewaffnung, Albert Speer, das Kriegsverdienstkreuz I. KL
Im Anschluss an diese Trauerfeier wurde der Sarg auf einer pferdebespannten Geschützlafette des Artillerieregiment 10, Regensburg, in einer Trauerparade durch die Stadt zum Zentralfriedhof verbracht.
Zur feierlichen Beisetzung in einem Ehrengrab wurden kurze Ansprachen gehalten, Kreisleiter Weigert legte den Kranz des Führers nieder, SS Obertruppenführer Dr. Martin überreichte den SS-Degen von Theo Croneiß an dessen anwesenden jüngeren Sohn Helgi Croneiß.

Folgende Familienangehörigen nahmen an der Trauerfeier und der Beisetzung teil:
Die Ehefrau Mia Croneiß, der jüngere Sohn Helgi Croneiß, damals Leutnant in einer Panzerjägerabteilung der Wehrmacht (mit schwerer Verwundung), Sieglinde Senfft, die Verlobte und spätere Ehefrau des älteren Sohnes Gernot Croneiß sowie Carl Croneiß, der ältere Bruder des Verstorbenen, damals Gruppenführer des NSFK (Nationalsozialistisches Fliegerkorps).
Der Sohn Gernot Croneiß erhielt erst am Tag der Beisetzung die Nachricht dem Tod seines Vaters. Er war damals als Oberleutnant der Wehrmacht Batterieführer in Stalingrad und traf erst nach 9-tägiger Bahnfahrt in der Heimat ein.
Von den Ansprachen anlässlich der Trauerfeiern liegen Schallplatten vor.